Quo vadis Linke …

Wenn die AfD in Sachsen über 27 Prozent bekommen hat mit der CDU über 60% rechtskonservstiv und die Linke nur noch knapp über 10, muss uns Linke das zu denken geben.

War die Linke früher nicht die Alternative zum Establishment – ja früher…..! .. Und weil Protest im Osten auch immer latent Protest gegen den etablierten Westen ist, übernimmt die AfD jetzt diese Funktion.

Der Niedergang der großen Parteien, vor allem die der SPD, hätte zusätzlich beste Bedingungen geboten, sich endlich zu profilieren. Stattdessen stagniert die LINKE von kommunal bis kontinental, vielerorts verliert sie und verliert sich dabei.

… hat das tatsächlich nur mit internen Auseinandersetzungen über die Aufstehen-Bewegung und über die Migrationspolitik zu tun, mit Differenzen in der Bewertung der EU, mit linken Konkurrenzkandidaturen, und vor allem mit einer internationalen Krise der Linken in Zeiten einer rechtspopulistischen Offensive.

DIE LINKE schafft es über ihre treue Anhängerschaft hinaus nicht, das Gefühl zu vermitteln, dass sie einen relevanten Beitrag zur Lösung dringender Zukunftsfragen leisten kann.

Vom Status einer linken Volkspartei im Osten Deutschlands entfernt sie sich immer mehr und steht dabei immer mehr am Rande der politischen Auseinandersetzungen. Die gesellschaftliche Frontlinie verläuft derzeit für viele zwischen Grünen und AfD. Da ist es ein sehr weiter Weg hin zu jenen neuen linken Mehrheiten, um die wir jetzt allerorts kämpfen wollen.

Wir brauchen keine Generalüberholung von etwas, das es gar nicht offensichtlich gibt: linke Politik.

… denn wie bei anderen politischen Parteien und Ideologien gibt/gab es auch links zwei Grundströmungen. „Links“ war ursprünglich immer mit dem Anspruch auf soziale Gerechtigkeit verbunden, Arbeitnehmerrechten, Sozialsystemen etc. Es gab aber auch immer den oft viel mächtigeren Flügel der sogenannten „Salonlinken“, denen eine unbürgerliche Lebensweise und ein antinationaler Gestus wichtig war, die aber aufgrund ihres Status nicht von den sozialen Fragen betroffen waren. Nur aus einer Art herablassendem Almosendenken heraus hat sich dieser Flügel der Armen und Geknechteten angenommen und natürlich auch, weil man die „Massen“ als Machtbasis brauchte. Seit die ehemals Konservativen nun nur noch neoliberal und wirtschaftsorientiert denken, haben sie den Bohémiens so viel Spielwiese gegeben, dass sie das „Pack“ nun nicht mehr brauchen….

Aber vielleicht wird DIE LINKE mit einer klaren Ausrichtung ja erfolgreicher, als ich glaube. Dagegen hätte ich wahrlich nichts. Denn dass die Fahrt gegen die Wand gestoppt werden muss, ist mehr als klar.

„Der Mensch lebt nicht von Brot allein, besonders wenn er keines hat. Hat er es, dann ist der Traum des Mehr erst recht fällig und rot (Bloch, 1932).

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