Rücktritt

Liebe Genossinnen, liebe Genossen!

Ich bin vor drei Jahren in die Linke mit dem Ziel eingetreten, mich für ein solidarisches Miteinander einzusetzen.
Dieses Ziel sehe ich nach den Ereignissen, die mir in den letzten Monaten widerfahren sind, nicht mehr umsetzbar. Statt einer Auseinandersetzung mit der Lebensrealität der Menschen, erlebte ich überwiegend Angriffe gegen meine Person und zwar seitens der immer gleichen Protagonisten.
Mein Drang, politisch zu gestalten, wurde durch die Beharrlichkeit einiger, die sich gegen mich einsetzten, und dieser bedingungslos folgten, ausgebremst.

Politik – gerade auf  ehrenamtlicher Basis – hat mir immer viel Spaß gemacht. …und ich betone ausdrücklich, dass ich mir immer der Solidarität auf Kreisebene sicher war und diese sehr geschätzt habe.
Außerhalb der Kreisebene traf mich aber die volle Wucht Anderer, die sich durch meine Person provoziert fühlten. Ich habe in den letzten Monaten deutlich zu spüren bekommen, was es heißt, keine Wertschätzung zu erfahren; das war ich bis dato in dieser Form nicht gewohnt. Auf dem politischen Parkett hatte ich zwar schon einiges erlebt, aber in dieser Heftigkeit nicht. Das hatte auch auf meine bisherige intrinsische Motivation weiter parteipolitisch aktiv zu bleiben, seine Wirkung.

Dieser Umgang innerhalb der Linken, dem nicht nur ich ausgesetzt war, durch den man eine Art Sektierertum kultiviert und Differenzen betont, und so verhindert, dass es zu gemeinsamen Handeln kommt, hätte schon lange verhindert werden müssen. Denn so erreicht man keine Leute außerhalb der Partei, so vermittelt man kein linkes Lebensgefühl…

Von der anfänglichen Wut blieb nur noch Enttäuschung, dass mein Gesichtsverlust nicht kompensierbar war. Für Gespräche mit den Protagonisten war ich nicht mehr bereit – diese hatten ja erreicht, was sie erreichen wollten.
Die Eigendynamik wäre dadurch auch nicht mehr aufzuhalten gewesen. Ein deutliches Zeichen der Solidarität aus der Landesebene hatte ich erwartet, so blieb nur ein fader Beigeschmack und der Eindruck für Außenstehende, dass doch diese Protagonisten im Recht sein könnten und genau das kam an in meinem privaten Umfeld und somit auch gezwungen die Reißleine zu ziehen… in diesen Momenten braucht man eine offenes ein konkretes Zeichen der Solidarität; irgendwelche Hinterzimmergespräche helfen der Sache nicht weiter, denn diese bieten keinen wirklichen Schutz. 

Ich habe mich entschieden, dass ich mich aus der aktiven Parteipolitik zurückziehen werde, was nicht heißt, dass ich nicht weiter politisch aktiv bleiben werde.

Nein, für mich ist ausschlaggebend, dass ich Dingen nicht mehr begegnen möchte, die der Sache nicht dienen. Ich möchte keine weitere Konfrontation.

Ich bedanke mich bei Euch nochmals außerordentlich für eure gezeigte Solidarität, für die vielen gemeinsamen Stunden, in denen wir politisch aktiv, aber auch privat viel unternommen haben. Ich muss jetzt einen anderen Weg einschlagen, werde euch aber nicht aus den Augen verlieren. Ich möchte es nochmals ganz deutlich zum Ausdruck bringen: Ich lege mein Amt nieder, aber werde nicht aus der Linken austreten. Die Programmatik ist sehr gut –  das „Bodenpersonal“ macht mir Problem.
Und lege somit das Amt des Kreissprechers nieder.

Mit solidarischen Grüßen
Francesco Garita

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